GRENZEN SETZEN
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GRENZEN SETZEN

Wenn jemand immer wieder Deine Grenzen überschreitet, tut er es dann mit Absicht? Oder weiss derjenige vielleicht gar nicht genau, wo deine Grenzen sind?

Immer wieder stosse ich in Seminaren und Coachings auf dieses Thema. Da tut einer was und stört damit einen anderen… und merkt es noch nicht einmal. Dabei wäre es doch eine Sache des Anstands…
Du merkst worauf ich hinaus möchte, oder?

Letztens im Coaching gab es zum Beispiel das Thema, dass meine Klientin, die viel für die Familie tut, gerne mal eine Stunde für sich hätte, in der sie einfach nur vor dem Fernseher sitzt.* Doch genau dann kommt ständig jemand und möchte etwas von ihr. Üblicherweise lässt sie sich dann unterbrechen und tut, worum sie gebeten wurde. Heimlich wünscht sie sich, dass die Familie ihre Auszeit berücksichtigen würde. Doch klar kommuniziert hat sie das noch nie.

Was würde passieren, wenn sie einfach sagen würde: „Jetzt nicht. Komm in einer Stunde wieder.“? Ihre Phantasie in solchen Momenten ist, dass die anderen dann böse sind oder sie für egoistisch halten. Und ich sage nicht, dass nicht genau das eintreffen könnte. Ich bin mir sogar sicher, dass die Teenager, die bisher gewohnt sind, dass sie auf Zuruf springt, erst einmal sauer reagieren würden.

Nun gibt es mehrere Möglichkeiten:

  1. Sie kann sich klar machen, dass irgendjemand sowieso unzufrieden ist. Im Moment ist es sie selbst. Wie wäre es, wenn es zur Abwechslung mal jemand anders wäre? Das geht auch wieder vorbei und die Familie gewöhnt sich an die neuen Regeln.
  2. Sie kann einfach ausprobieren, was wirklich passiert, statt sich von einer Phantasie leiten zu lassen. Ich bin sicher, dass nicht alle Familienmitglieder gleich reagieren. Erfahrungsgemäss gibt es auch immer Menschen, die froh sind, wenn man ihnen sagt, wann sie stören und wann nicht.
  3. Sie kann das Thema mit der Familie besprechen. Auf diese Weise kann sie vernünftig erklären, warum ihr diese Stunde so wichtig ist. In Zukunft wird es dann einfacher für sie sich zu schützen, falls doch mal jemand hereinplatzt.
  4. Sie kann natürlich auch entscheiden, dass es ihr Spass macht für die Familie jederzeit da zu sein. Dann sollte das aber eine bewusste Entscheidung sein. Wenn sie diese trifft, wird sie sich nicht mehr über die Störungen ärgern.
  5. Sie kann allerdings auch im Coaching daran arbeiten, was wirklich dahinter steckt. In den meisten Fällen sind solche Muster schon sehr alt. Das angepasste Verhalten ist eine gut geübte Lösungsstrategie, die irgendwann im Leben mal sehr wichtig war. Mit Logosynthese, meiner bevorzugten Coaching-Methode, können wir das lösen. In ihrem Fall haben wir das gemacht.

Im Job gibt es natürlich ganz ähnliche Situationen. Auch hier scheitert es oft an der Kommunikation. Aber es stecken ebenso alte Muster und Glaubenssätze dahinter, wenn diese Rückmeldungen nicht erfolgen. Um nicht immer wieder in die selben Fallen zu tappen, lohnt es sich daran zu arbeiten.

Wie ist es bei dir? Kannst du gut Grenzen setzen? Vielleicht sogar manchmal zu gut, so dass du Barrieren aufbaust? Oder gehörst du eher zu den Menschen, die zu viel zulassen? Am vorliegenden Beispiel siehst du, dass du sehr viele Lösungsoptionen hast. Es lohnt sich auf jeden Fall sie zu erforschen.

*Das ist natürlich nur ein Beispiel. Das Verhaltensmuster zeigt sich auch in vielen anderen Situationen.

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