GUTE VORSÄTZE ODER GUTE TATEN?
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GUTE VORSÄTZE ODER GUTE TATEN?

Als treuer Leser weisst Du: Zum Jahresende greife ich immer ein etwas persönlicheres Thema auf. Und das diesmal eins, mit dem ich mich potentiell unbeliebt mache. Gehört sich das? Das ist mir fast egal. Ich jedenfalls kann mich spätestens nach diesem Jahr dem Thema Umweltzerstörung und Klimakatastrophe nicht mehr entziehen. 

Bitte versteh mich nicht falsch. Ich will mich hier nicht als „Gutmensch“ aufspielen, der schon alles im Griff hat. Ich habe noch eine Menge Hausaufgaben zu machen, bevor ich mich, ökologisch betrachtet, zurücklehnen kann. Ich fliege zum Beispiel immer noch zu viel. Und wir haben zwei Autos – unserer abgelegenen Wohnlage geschuldet – was es aber nicht besser macht. Plastikmüll fällt auch immer noch an, obwohl wir ihn schon reduzieren konnten. Doch ich versuche im Rahmen meiner Möglichkeiten mein Bestes und dazu möchte ich auch Sie motivieren. 

Ein erster Schritt ist der bewusstere Konsum. „Retail-Therapy“, wie es die Amerikaner nennen, ist heute wirklich nicht mehr zeitgemäss. Und ich sage das als ehemalige „Shopping-Süchtige“. Statt dessen weniger, bewusster und öfter auch mal gebraucht zu kaufen, hilft der Umwelt und Deinem Portemonnaie. Und wenn Du Dich belohnen willst, geh lieber mal ins Kino oder mach einen Ausflug (mit Bahn oder Fahrrad). Das ist besser für’s Klima und für die Seele. 

Um eine zweite Möglichkeit zu nennen: Wie kommst Du von A nach B? Das Auto ist immer noch für viele der Standard für alles. Schließlich ist es ja „eh da“ und mit mehreren Personen meist die preisgünstigste Möglichkeit. Kurzfristig betrachtet mag das stimmen. Langfristig geht die Rechnung nicht auf. Meine persönliche Konsequenz: Längere Reisen mache ich schon länger nicht mehr mit dem Auto, sondern wenn möglich mit der Bahn. Und damit bin ich übrigens auch nicht unpünktlicher als all jene, die unterwegs im Stau stehen. Was das Fliegen betrifft, habe ich ja schon gebeichtet: das ist immer noch zu viel. Aber immerhin habe ich meine bisherige Entscheidungs-Regel  hinterfragt. Die lautete nämlich: Wenn es gleich schnell geht (ich brauche von Tür zu Tür immer mindestens fünf Stunden, wenn ich fliege) nehme ich die Bahn. Neuerdings bin ich nun auch bereit  ein bis zwei Stunden mehr zu investieren, wenn ich dafür aufs Flugzeug verzichten kann. Derweil sitze ich bequem, kann zwischendurch ins Bordrestaurant gehen und nutze die Zeit sinnvoll mit Arbeit, Lesen oder herrlichem Nichtstun. Bahnzeit ist für mich geschenkte Zeit. 

Und als letztes: Weisst Du, womit Du den allergrößten Unterschied machen könntest, wenn es um Deine CO2  Bilanz geht? Mit Deiner Ernährung. Schon das Weglassen von rotem Fleisch reduziert Deinen ernährungsbedingten CO2-Fussabdruck um ca. 20%. Wenn Du ein Fleischliebhaber bist, sogar um die Hälfte. Das Argument, nur Biofleisch zu essen oder Fleisch von freilaufenden Tieren, nützt übrigens nicht viel, weil der Methanausstoss von Rindern und Schweinen trotzdem ein erhebliches Problem für die Umwelt darstellt. Drastisch zu reduzieren oder wegzulassen hilft dagegen wirklich. Und natürlich geht es nicht nur um Fleisch, sondern auch um Eier und Milchprodukte. Auch diese zu reduzieren, verbessert Deine persönlichen Klimabilanz. 

Denk mal daran, wie die meisten Menschen sich noch vor 50 Jahren ernährt haben. Fleisch gab es am Sonntag. Ansonsten kamen viele pflanzliche Produkte auf den Tisch. Wie wäre es, sich wieder daran zu orientieren? Mit der heutigen Vielfalt in Supermärkten und Restaurants, fällt eine solche Ernährung denkbar einfach, wie ich Dir als Veganerin (seit dreieinhalb Jahren) bestätigen kann. Ihrem Körper fehlt übrigens nichts. Ganz im Gegenteil. Weniger Tier bedeutet mehr Gesundheit.

Bitte sei mir nicht böse, dass ich diesmal gefühlt mit dem erhobenen Zeigefinger daher komme. Mir ist es einfach wichtig, das Thema Klimaerwärmung nicht mehr zu ignorieren, sondern aktiv anzusprechen. Das ist nicht mein Job aber vielleicht meine persönliche Verantwortung als Mensch unter Menschen.

In diesem Sinne wünsche ich Dir ein schönes neues Jahr mit bewussteren Entscheidungen und uns allen ein bisschen Hoffnung für die Zukunft unserer Umwelt. 

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