KRITIK WIDERWILLIG EINSTECKEN? 
ODER FEEDBACK OFFEN ANNEHMEN?
22379
post-template-default,single,single-post,postid-22379,single-format-standard,cookies-not-set,qode-social-login-1.1.3,stockholm-core-1.1,select-child-theme-ver-1.1,select-theme-ver-5.1.8,ajax_fade,page_not_loaded,wpb-js-composer js-comp-ver-6.0.5,vc_responsive

KRITIK WIDERWILLIG EINSTECKEN? 
ODER FEEDBACK OFFEN ANNEHMEN?

Negatives Feedback tut immer erst mal weh. Ich kenne kaum jemanden, der das nicht so empfindet. Trotzdem ist es oft wichtiger und nützlicher als positives Feedback. Hier ein paar Tipps mit denen Du Feedback innerlich und äusserlich professionell annehmen kannst. 

Ich weiss ja nicht, wie es Dir geht, aber für mich ist negatives Feedback oft wie ein Schlag in die Magengrube. Je nachdem, wie wichtig es für Dich ist, was andere über Dich denken, wirst Du Feedback mehr oder weniger persönlich nehmen. Ganz kalt lässt es aber, aus meiner Erfahrung niemanden. 

Schließlich geben wir uns doch die größte Mühe und machen alles so gut wie möglich, oder? Dass Feedback schlecht ankommt, hat natürlich auch damit zu tun, dass viele Menschen nicht wissen, wie sie es wirklich konstruktiv geben können*.  Und auch, wenn mehr gemeckert, als gelobt wird, kommt Feedback besonders schlecht an. Ein gutes Verhältnis wäre mindestens viermal so viel Lob wie Kritik. 

Doch, wie immer, kannst Du andere leider nicht ändern, sondern nur an dir selbst arbeiten. Und deshalb sind hier ein paar Tipps, mit denen Du Feedback besser annehmen kannst: 

  1. Erinnere Dich an die Vergangenheit
    Mach Dir klar, was Kritik in der Vergangenheit Positives bewirken konnte. Ich stelle oft fest, dass negative Feedbacks berechtigt waren und mich weiter gebracht haben. Je öfter ich das erlebt habe, desto leichter wurde es, Rückmeldungen erst mal anzuhören und darüber nachzudenken. Schlechte Nachrichten über Dich müssen halt manchmal von aussen kommen, weil Du selbst es nicht siehst.
  2. Arbeite an deinem Selbstvertrauen
    Je besser mein Selbstvertrauen geworden ist, desto entspannter kam auch Feedback bei mir an. Heute ist es immer noch nicht angenehm. Aber ich kann negative Rückmeldungen heute viel besser aushalten und einordnen. Ein wesentlicher Unterschied: Ich verstehe Kritik heute nicht mehr als Ablehnung meiner Person, sondern als Feedback über eine Handlung oder Verhaltensweise. Mein Selbstvertrauen ist natürlich nicht von selbst gewachsen, sondern ich habe daran gearbeitet. Vor allem hat mir die Coaching-Methode Logosynthese dabei geholfen.
  3. Höre Feedback ruhig an
    Auf Feedback gibt es kein Feedback zurück. Feedback ist die Meinung eines Menschen und die ist nicht verhandelbar. Nichts ist für die Gegenseite unangenehmer, als den Mut zu fassen, Dir etwas Negatives zu sagen und dann in eine Diskussion über falsch oder richtig hinein gezogen zu werden. Wenn Du professionell und souverän wirken willst, hör Dir die Kritik deshalb erst einmal an und gib keinen Kommentar dazu ab. Das lohnt sich, weil es Dir Zeit zum Nachdenken gibt. Wenn Du unbedingt musst, kannst Du später immer noch reagieren. Aber Du bist dann mit Sicherheit ruhiger und überlegter, als wenn Du spontan antwortest.
  4. Denk ernsthaft nach
    Ganz ehrlich, aus meiner Sicht ist an negativem Feedback meistens etwas Wahres. Doch manchmal braucht es ganz schön lange, bis Dein Ego schweigt und Du ehrlich reflektieren kannst. Und mit etwas Zeit wirst Du auch nachvollziehen können, wieso Dein Gegenüber es so sieht. Nimm Dir diese Zeit. Sei ehrlich zu Dir selbst und versuch auch die Sichtweise des Anderen einzunehmen. Dein Ego übrigens, erzählt Dir die Geschichte, die Du über Dich selbst gern glauben möchtest. Das ist nicht immer hilfreich und führt vor allem fast nie zu innerem Wachstum. Wenn Du besser werden und lernen möchtest, kann die Rückmeldung anderer oft hilfreicher sein, als deine Ego-Story.
  5. Triff eine Wahl
    Das Schöne ist: Du musst Feedback nicht annehmen. Ich bekomme im Seminar selten aber doch ab und zu Rückmeldungen über meine Methoden. Die setze ich nur sehr vereinzelt um. Ich habe meinen Stil als Trainerin über zwanzig Jahre entwickelt und weiss genau, warum ich etwas tue. Ich denke über Kritik trotzdem immer nach, aber gerade in diesem Punkt entscheide ich dann oft bei meiner Vorgehensweise zu bleiben.In aller Regel musst Du in so einem Fall keine Rückmeldung geben. Ausnahme: wenn das angesprochene Thema zwischen Dir und dem Feedback-Geber weiter eine Rolle spielt, solltest Du nochmal das Gespräch dazu suchen. Es kann sein, dass ihr dann einen Kompromiss aushandeln müsst. Mindestens aber kann es manchmal sinnvoll sein zu erklären, warum Du eine Anregung nicht annehmen wirst. In den meisten Fällen ist es aber besser, für Dich zu entscheiden und zu schweigen. Alles andere wirkt sonst schnell wie Rechtfertigung und alles andere als souverän. 

Dann gibt es natürlich noch die „ewigen Meckerköppe“, die nie zufrieden sind und ständig etwas zu jammern haben. Diesen Menschen gegenüber musst Du Dir vielleicht ein dickes Fell zulegen und auf Durchzug schalten. Eventuell ist aber auch ein drastischerer Schritt nötig, indem Du so einen Dauer-Nörgler aus deinem Leben entfernst. 

*Zum Thema Feedback geben, habe ich übrigens auch schon etwas geschrieben. Hier kommst Du zu dem Blog-Beitrag über Feedback.

Keine Kommentare

Kommentar hinzufügen