WORK-LIFE-BALANCE… ODER -BULLSHIT?
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WORK-LIFE-BALANCE… ODER -BULLSHIT?

Work-Life-Balance – Dem Namen nach die Ausgewogenheit zwischen Arbeit und Leben. Ist dann Arbeit kein Leben? Tut mir leid, ich kann mit dem Begriff nichts anfangen und kann ihn auch nicht mehr hören. Hier meine eigenen Gedanken dazu. 

Gerade hat mich ein Kunde in einem Gespräch gefragt, was ich von Work-Life-Balance halte. Ganz ehrlich: gar nichts. Dabei will ich gar nicht verhehlen, dass ich irgendwann in meinem Leben gehofft habe, dass mir dieser Begriff, oder die Lehre dahinter, helfen würde, mich besser zu fühlen. 

Es gab Zeiten, da war ich gestresst, habe zu viel und das Falsche gearbeitet und meine Freizeit nicht zu nutzen gewusst. Doch auch zu der Zeit konnte mir der damalige Mode-Begriff nicht helfen. Und dann gab es ja auch noch immer Menschen, die viel mehr gearbeitet haben als ich und trotzdem zufrieden waren. Help!!! Am Ende hat mir jedenfalls nie jemand so richtig erklären können, was das sein soll, Work-Life-Balance. 

Ich weiss aber, warum es mir heute trotzdem besser geht. Das, was ich selbst verändert habe hat nicht nur mir geholfen, sondern kann jedem helfen, der sich eben nicht ausgewogen – ausgeglichen – in der Balance fühlt: 

  1. Komm Deinen Treibern auf die Spur:
    Wenn Du Dich unangenehm gestresst, also nicht wohl fühlst und trotzdem so weitermachst, dann frag Dich doch mal warum. Was treibt Dich an? Bei mir war es so, dass meine Antreiber gar nicht von mir selbst, sondern aus meiner Familie kamen. Nicht direkt, indem mir jemand sagte, was ich tun sollte, sondern indirekt in dem, was ich gelernt und übernommen hatte.  Solche Antreiber haben meistens eine lange Geschichte. Sie können genährt sein von preussischer Disziplin und protestantischer Selbstaufgabe, wie in meinem Fall. Sie können aber auch ganz andere Wurzeln haben. Meistens kommst Du nicht allein dahinter. Ich brauchte einige Coachings um heute die meisten davon los zu sein und nur noch aus meiner eigenen Motivation heraus agieren zu können. 
  2. Vergiss Kompensations-Versuche:
    Wenn Du zu viel arbeitest und Dich das aufreibt, wirst Du möglicherweise versuchen, dies in einem anderen Bereich Deines Lebens zu kompensieren. Schnell viel erleben, den Kick suchen oder – wie es bei mir war Retail-Therapy. Ich hatte das Gefühl, wenn ich schon viel arbeite und Geld verdiene, dann kann ich ja auch viel ausgeben. Shopping versprach mir den Kick. Shopping versprach mir ein besseres Leben. Und für ganz kurze Zeit fühlte es sich manchmal auch so an.Dinge, die mir wirklich gut taten, spürte ich dagegen eher als zehrende Sehnsucht, die nie in dem Maße befriedigt werden konnte, in dem ich es brauchen würde. Was für ein Mist. Heute habe ich für mich herausgefunden, dass ich Vielfalt brauche und echte Kreativität, Natur und Schönheit und als Gegenpol dazu Entspannung, beispielsweise durch tägliches Yoga. Diese Komponenten haben in meinem Leben mehr und mehr Platz. Sie sind aber kein allgemein gültiges Rezept. Es geht vielmehr darum rauszufinden, was Dir wirklich gut tut und das in Dein Leben zu integrieren. Und das bringt uns zum nächsten Punkt.
  3. Finde deine Motivation:
    Warum gibt es Menschen, die wirklich glücklich sind, wenn sie ihre Arbeit in den Mittelpunkt stellen? Menschen, die freiwillig und gerne über das offizielle Rentenalter hinaus arbeiten. In der Regel sind das Menschen, die ihre Mission und Motivation gefunden haben. Etwas, was ihr Leben sinnvoll macht. Meistens nicht nur für sich selbst, sondern vor allem für andere. Das kann auch wieder viele Gesichter haben.Meine Mission ist es, andere zu inspirieren – durch mein Vorbild und in meinen Coachings. Wenn ich das tun kann, sehe ich keinen Grund, warum ich mit 65 aufhören sollte zu arbeiten. Diese Mission ist stimmig und sie macht mir Spass. Ich bekomme Energie, wenn ich andere coache und lebe auf, wenn ich einen guten Blog-Beitrag geschrieben habe, der meinen Lesern hilft.Die Mission anderer Menschen könnte sein, den besten Stecker für Glasfaser-Verbindungen zu bauen oder Outdoorkleidung herzustellen, die CO2 neutral ist. Es kann aber auch sein, dass Du bester Familienvater, Begegnungszentrum Deines Freundeskreises oder Hunderetter sein möchtest. Ich bin überzeugt, wenn eine Mission wenigstens ein bisschen Nutzen für die Welt stiftet, kann sie funktionierten. Dann kann sie Antrieb, Motivation und Ausgleich zugleich sein. Wie könnte das für Dich aussehen?
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